21.08.2016

Kommunalwahl in Weyhe

 

 

 

Liebe Wähler*innen,

auf dem nachfolgenden Link finden Sie den Weyher Flyer!

Kommunalwahlprogramm 2016

 

 

 

Aktion der GRÜNEN Jugend aud dem Weyher Marktplatz

Grün statt Beton
Gespräche und Kreidebilder

Menschkette bei Escheburg (wenige Kilometer westlich von Krümmel)

Die Weyher GRÜNEN unterstützen den NABU Büchen bei der Menschenkette

Ortsverband diskutiert über Biosprit

Biokraftstoffe : Nutzen und Gefahren

Biokraftstoffe sind, wie der Name sagt, Kraftstoffe, die aus Biomasse in verschiedenen Formen gewonnen werden.. Sie sollen fossile Brennstoffe ersetzen, um den CO2 – Ausstoß zu verringern und, für Viele noch wichtiger, Unabhängigkeit vom Ölimport zu gewinnen.

Bis vor zwei, drei Jahren schworen die meisten Umweltschützer auf diese Alternative. Es ist ja auch ein faszinierender Gedanke, die Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren und gleichzeitig die CO2 – Belastung der Athmosphäre zu verringern. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass Landwirte überall auf der Welt sich dadurch neue Einkommensmöglichkeiten verschaffen könnten. In Indien z.B. wurde ein Konzept angeschoben, mit dem neben o.g. Vorteilen noch ein weiterer verfolgt wird: erodierten Boden mit einer Vegetationsdecke zu versehen. Möglich macht das eine Pflanze „Ratanjot“ oder „Honge“ aus der Wolfsmilchfamilie, die auch auf kargen Böden ohne zusätzliche Düngung und mit wenig Wasser auskommt.

Nur zeigt es sich mittlerweile, dass die gesamte Biosprit - Alternative sehr viele gigantische Pferdefüße hat, die hauptsächlich in der Natur des Menschen liegen. Oder besser gesagt, in der Natur des Kapitalismus. Weil sich mit dem Verkauf von oft hoch ubventionierten Biokraftstoffen sehr viel Geld verdienen lässt, wird der Anbau sehr oft in exzessiver Form betrieben. Das heißt, in vielen Ländern der sog. dritten Welt werden Kleinbauern von ihren Feldern  ertrieben, um dort Ölsaaten oder Turbomais  anzubauen. In Südamerika wird häufig Soja angebaut, das zu über sechzig Prozent Gen-verändert ist. In Indonesien und Brasilien werden Regenwälder massiv gerodet, um dort Ölpalmen anzubauen.

Brasilien versorgt seinen Autoverkehr bereits heute zu vierzig Prozent mit Bioethanol. Da die Bundesregierung und die EU eine Beimischung von Biosprits zum Kraftstoff zwingend vorschreiben  wollen, oder es bereits heute tun, sind die Preise für die dafür benötigten Rohstoffe soweit angestiegen, dass sich auch der Import von exotischen Ölfrüchten lohnt. Bei diesen großen Gewinnerwartungen wird keine Rücksicht mehr auf ökologische Standards  genommen. Es wird auf Teufel komm heraus gedüngt, Pestizide in vorher nicht gekannter Konzentration werden  eingesetzt.

Biokraftstoffe : Nutzen und Gefahren

Es gibt bereits sehr viele Studien, die nachweisen, dass der Einsatz von Biokraftstoffen kontraproduktiv ist. Brasilianischer Regenwald, der in Sojaplantagen umgewandelt wird, setzt 300 mal mehr Kohlendioxyd frei, als der grüne Sprit pro Jahr spart, sagen Wissenschaftler.

„Wenn man die globale Erwärmung bremsen will, macht es keinen Sinn, Land für Biosprit umzuwandeln“, erklärt Joe Fargione von der Umweltorganisation The Nature Conservancy.

Ein weiterer Aspekt:

Auf der ganzen Welt verschiebt der Bio-Energieboom die Agrarstrukturen. Das bedeutet, von den Flächen, die früher die Bevölkerung ernährten, kommen heute keine Nahrungsmittel mehr. Die vorhandenen Nahrungsmittel werden teurer. Für uns kein großes Problem. Aber für den Indiobauern, der früher aus dem Maismehl sein Brot gebacken hat, bedeutet das, er hat nichts mehr zu essen, oder sein Grundnahrungsmittel ist so teuer geworden, dass er es sich nicht mehr leisten kann, was auf das Gleiche herauskommt. Aber auch bei uns bekommen wir die Folgen schon jetzt zu spüren: rund dreizehn Prozent der bundesdeutschen Ackerfläche werden bereits für Energiepflanzen genutzt und die Preise für Lebensmittel steigen an.

FAZIT: Die negativen Folgen des Biosprit-Booms sind so groß, dass sie die Vorteile bei Weitem in den Schatten stellen. Es wäre um Klassen besser, die angepeilten 10 % Biosprit im Tank durch die gleiche Verringerung des Verbrauchs zu ersetzen. Hunger durch Agro-Treibstoff Brot für die Welt schätzt, wenn weiterhin Nahrungsmittel in großem Stil für die Treibstoffgewinnung angebaut werden, steigt die Zahl der Hungernden von derzeit 845 Mio auf 1,2 Milliarden bis 2025.

„Was ein Mensch in einem Jahr zur Ernährung an Getreide benötigt, ergibt gerade einmal 120 Liter Bio-Treibstoff – zwei Tankfüllungen!“

URL:http://www.gruene-diepholz.de/ortsverbaende-und-ortsgruppen/ortsverband-weyhe/